Grundlagen
Was ist ein CDN und braucht deine Website eins?
Wie ein Content Delivery Network funktioniert, was es zwischenspeichert, wo seine Grenzen liegen und woran du erkennst, ob sich eins für dich lohnt.
Ein CDN (Content Delivery Network) ist ein Netz aus Servern an vielen Standorten, das Kopien deiner Website bereithält und sie Besuchern vom nächstgelegenen Server ausliefert. So muss nicht jede Anfrage bis zu deinem Hosting durch. Für die meisten öffentlichen Websites lohnt sich das, vor allem bei Besuchern aus mehreren Ländern oder bei Traffic-Spitzen. Langsamen Code oder überladene Seiten repariert ein CDN allerdings nicht, deshalb solltest du vorher wissen, was es wirklich leistet.
So funktioniert ein CDN
Ohne CDN spricht jeder Besucher direkt mit deinem Origin-Server, also dem Rechner bei deinem Hoster, auf dem die Website liegt. Steht dieser Server in Frankfurt und sitzt der Besucher in Sydney, reist jede Anfrage einmal um die Welt und zurück. Kommen tausend Leute gleichzeitig, muss der Origin alle tausend bedienen.
Mit CDN landen Besucher stattdessen auf einem Edge-Server. Der sitzt zwischen Besucher und Origin, und der Ablauf sieht ungefähr so aus:
- Ein Besucher ruft eine Seite oder Datei auf.
- Das DNS schickt ihn zu einem Edge-Server in seiner Nähe.
- Hat der Edge schon eine aktuelle Kopie, antwortet er sofort. Das nennt man Cache-Hit.
- Hat er keine, holt er die Datei vom Origin, liefert sie aus und behält eine Kopie für den nächsten Besucher. Das ist ein Cache-Miss.
Die allererste Anfrage ist also nicht schneller als vorher. Jede weitere Anfrage nach derselben Datei kann der Edge aber beantworten, ohne deinen Server überhaupt zu fragen. Genau daher kommen die kürzere Ladezeit und die Entlastung für dein Hosting.
Was ein CDN cacht und was nicht
Was im Cache landet, entscheidet das CDN anhand der Header, die dein Origin mitschickt, vor allem Cache-Control, und anhand deiner eigenen Regeln. Die Direktiven wie max-age, s-maxage, private oder no-store schlägst du am besten in der MDN-Referenz zu Cache-Control nach.
Unbedenklich zu cachen
- Bilder, CSS, JavaScript und Webfonts
- Öffentliche HTML-Seiten, die für alle gleich aussehen: Blogartikel, Landingpages, in den meisten Shops auch Kategorie- und Produktseiten
- Downloads wie PDFs
Muss am Cache vorbei
- Warenkorb, Checkout und Zahlungsseiten
- Kundenkonto und alles, was eingeloggte Nutzer sehen
- Seiten mit persönlichen Daten, Formular-Tokens oder individuellen Preisen
- Admin-Bereiche wie
/wp-admin
Diese Trennung ist wichtiger als jede andere Einstellung. Cacht ein CDN eine Seite aus dem Kundenkonto, sieht womöglich der nächste Kunde fremde Daten. Gute CMS und Shopsysteme kennzeichnen solche Antworten als privat oder setzen Cookies, die das CDN als Signal zum Umgehen des Caches versteht. Betreibst du einen Shop, zeigt dir der Ratgeber WooCommerce schneller machen, welche Seiten in welche Gruppe gehören.
Was ein CDN verbessert
Time to First Byte
Kommt eine Seite aus dem Edge-Cache, erhält der Besucher das erste Byte, ohne dass PHP, Datenbank oder ein langsamer Hoster dazwischenfunken. Das siehst du direkt an der TTFB. web.dev nennt als grobe Orientierung 0,8 Sekunden oder weniger. Welche Stellschrauben es auf dem Server zusätzlich gibt, erklärt der Ratgeber TTFB verbessern.
Entfernung und Latenz
Jeder Hin- und Rückweg zwischen Browser und Server kostet Zeit, und große Entfernungen machen es schlimmer. Ein Edge in der Nähe verkürzt jeden dieser Wege. Das summiert sich über DNS-Abfrage, TLS-Handshake und die vielen Einzelanfragen einer Seite.
Last auf deinem Server
Cache-Hits erreichen deinen Server gar nicht erst. Verschickst du einen Newsletter, startest einen Sale oder wirst in sozialen Netzwerken geteilt, muss dein Hosting nur noch Cache-Misses und dynamische Anfragen beantworten. So bleibt die Seite auch in Stoßzeiten schnell.
Sicherheit und Erreichbarkeit
Weil der gesamte Traffic über den Edge läuft, filtern viele CDNs dort auch Angriffe, kümmern sich um HTTPS und liefern gecachte Seiten weiter aus, wenn der Origin kurz nicht erreichbar ist. Wie viel davon du bekommst, hängt vom Anbieter und Tarif ab.
Wo ein CDN an seine Grenzen stößt
Ein CDN ist eine Auslieferungsschicht. Es bringt gute Seiten schneller zum Besucher, macht aber aus einer schweren Seite keine leichte.
- Langsame dynamische Seiten. Checkout, Suche und eingeloggte Bereiche werden bei jedem Aufruf neu erzeugt. Sind sie langsam, liegt es an Anwendung, Datenbank oder Hosting.
- Überladenes Frontend. Ein Titelbild mit 4 MB oder ein Stapel Drittanbieter-Skripte bleibt so groß und muss trotzdem im Browser laufen. Das zeigt sich bei LCP und INP, nicht bei der TTFB.
- Layoutverschiebungen. CLS entsteht durch den Aufbau der Seite, etwa durch Bilder ohne Maße oder spät nachladende Banner.
- Falsch konfigurierter Cache. Schickt dein Origin bei allem
no-storemit oder setzt jede Seite ein Session-Cookie, umgeht das CDN den Cache und du gewinnst kaum etwas.
Liegt dein Problem hier, gehört die Lösung in die Seite oder die Anwendung. Ein CDN ist trotzdem sinnvoll, ersetzt die Arbeit aber nicht. Welche Kennzahl auf welche Ursache hindeutet, erfährst du im Ratgeber Core Web Vitals verbessern.
Braucht deine Website ein CDN?
Ein CDN lohnt sich meistens, wenn mindestens einer dieser Punkte zutrifft:
- Deine Besucher kommen aus mehreren Ländern oder Kontinenten.
- Die TTFB öffentlicher Seiten ist hoch, besonders weit weg von deinem Hoster.
- Dein Server wird bei Traffic-Spitzen langsam oder gibt nach.
- Du betreibst ein CMS oder einen Shop, bei dem die meisten Besuche auf Seiten landen, die für alle gleich sind.
- Du willst DDoS-Schutz und HTTPS vor deinem Hosting abwickeln.
Weniger bringt es, wenn deine Website rein lokal und sehr klein ist, schon von einem schnellen statischen Hoster nahe deiner Zielgruppe kommt oder fast komplett personalisiert ist, etwa ein internes Tool hinter einem Login. Dann holst du mit besserem Hosting oder Optimierungen in der Anwendung oft mehr heraus.
So prüfst du, ob es wirkt
Miss zuerst, bevor du etwas umstellst. Lass ein paar öffentliche Seiten durch corewebvitals.page laufen und notiere den LCP und die übrigen Werte, dazu die Felddaten echter Nutzer, falls Google genug davon hat. Wie ein fairer Vorher-nachher-Vergleich aussieht, beschreibt der Ratgeber Ladezeit einer Website richtig messen.
Läuft das CDN, schaust du dir die Antwort-Header einer Seite an, die gecacht werden sollte. Ruf sie zweimal hintereinander ab:
curl -sI https://www.example.com/ | grep -i -E 'cache|age'
Die erste Anfrage ist oft ein Miss. Bei der zweiten sollte der Cache-Header des Anbieters einen Hit melden und das Alter hochzählen. Bleibt es bei Miss oder Bypass, prüfst du Cache-Control und Set-Cookie in der Antwort deines Origins. Danach wiederholst du deine Messungen von mehreren Standorten aus.
So hilft dir fast.site
fast.site arbeitet vor deinem bestehenden Hosting. Du behältst also deinen Hoster und dein CMS. Du fügst deine Domain im Dashboard hinzu, stellst die Nameserver auf fast.site um und bestätigst. Die Umstellung prüft fast.site automatisch und verwaltet danach das DNS deiner Domain.
Für das Caching sorgt Fast Edge Cache™. Bei einem Miss holt der Edge die Seite von deinem Origin und legt eine Kopie ab, bei einem Hit antwortet er, ohne deinen Server zu fragen. Wie lange Inhalte gültig bleiben, richtet sich nach den Cache-Control-Headern deines Origins oder nach deinen eigenen Regeln. Warenkorb, Checkout und eingeloggte Sitzungen laufen am Cache vorbei. Im Header fs-cache siehst du HIT, MISS oder BYPASS und kannst so jede Seite selbst prüfen. Den Cache leerst du per URL im Dashboard oder über die API, und ein Cache-Warmer hält wichtige Seiten vorgewärmt.
Per GeoDNS landen Besucher beim nächsten funktionierenden Edge in Nordamerika, Europa, Asien-Pazifik oder Südamerika, je nach Tarif. Jede Domain bekommt außerdem eine automatische DDoS-Erkennung auf Layer 7 und kostenlose, automatisch verlängerte SSL-Zertifikate. Mehr dazu findest du in der Caching-Dokumentation und bei den Funktionen.
Miss deine eigene Website vorher und nachher. Starten kannst du mit einer kostenlosen 7-Tage-Testphase ohne Kreditkarte, die Tarife vergleichst du auf der Preisseite.
Häufige Fragen
Ersetzt ein CDN mein Webhosting?
Nein. Deine Website liegt weiterhin bei deinem Hoster, der als Origin dient. Das CDN sitzt davor und liefert gecachte Kopien aus. Alles Dynamische wie der Checkout kommt weiter von deinem Server.
Ist ein CDN gut für SEO?
Indirekt kann es helfen. Google berücksichtigt Signale zur Nutzererfahrung wie die Core Web Vitals, und ein CDN verbessert oft die Ladezeit, vor allem die TTFB und dadurch häufig auch den LCP. Bessere Rankings garantiert es nicht, denn Inhalt und Relevanz zählen deutlich mehr.
Kann ein CDN meine Website langsamer machen?
Ja, wenn es schlecht eingerichtet ist. Umgeht das CDN fast jede Anfrage, nimmt jede davon einen zusätzlichen Umweg über den Edge zu deinem Origin. Prüf nach der Einrichtung die Cache-Header und stell sicher, dass öffentliche Seiten tatsächlich Hits liefern.
Brauche ich ein CDN, wenn alle Besucher aus Deutschland kommen?
Wegen der Entfernung nicht unbedingt, wegen Last und Schutz aber oft trotzdem. Steht dein Hoster nahe an deiner Zielgruppe und hält Spitzen gut aus, ist der Gewinn kleiner. Bremsen Traffic-Spitzen deinen Server aus, hilft Edge-Caching auch dann.
Macht ein CDN meinen Shop oder Login kaputt?
Nicht, wenn dynamische Seiten am Cache vorbeilaufen. Warenkorb, Checkout und Kundenkonto dürfen nie für alle gecacht werden. Teste diese Abläufe nach der Einrichtung eingeloggt und ausgeloggt und prüf, ob der Cache-Header dort einen Bypass meldet.
Teste fast.site mit deiner eigenen Website
fast.site ergänzt dein bestehendes Hosting um Edge-Caching, Bildoptimierung und DDoS-Schutz. Verbinde deine Domain und miss den Unterschied auf deinen eigenen Seiten.
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